Die Handwerksberufe wurden in Venedig “Arti” (Künste) genannt.Die “Artigiano” (Handwerker) bildeten zum Schutze ihrer Interessen berufsspezifische Vereinigungen und trafen regelmäßig in einer “Scuola”, einem auf Kosten der Mitglieder erbauten Versammlungshaus, zusammen.
Seit 1173 wurden die Handwerker durch “Giustizieri” (Richter) überwacht und hatten Steuern an die Regierung zu zahlen.Jede “Arte” wurde nach der individuellen Spezialisierung einer “colonnelli” zugeteilt.
Die “mascareri e die targheri”, die Hersteller von Masken und Accessoires aus Pappmaché bildeten gemeinsam mit Miniaturmalern, Zeichnern, Vergoldern und den “cartoleri” (Kartenherstellern) ein “collonello”.
Die Maskenbauer formten in ihren Ateliers verschiedenste “volti” (Larven und Masken) und Schilder, wobei sie das Kaschieren der Rohlinge den Frauen überließen.
Im Venedig des 18. Jahrhunderts gab es nur 12 Werkstätten von “mascareri” mit insgesamt 31 Arbeitern, darunter Meister, Gesellen und Lehrlinge. Die überlieferten Namen dieser Handwerker lassen sich in den Büchern der Vereinigung, oder in den Schriften von “Luminaria” und “Tansa” nachlesen.
Für eine Stadt wie Venedig, in der Larven 6 Monate im Jahr getragen wurden, und die venezianische Maske nach ganz Europa ausgeliefert wurde, war das eine recht kleine Zahl an offiziellen Arbeitern.Allein die Existenz von Frauen, welche die Rohlinge oft in Schwarzarbeit fertigten und diese nicht nur an den eigentlichen Auftraggeber, sondern auch an illegale Maskenhersteller verkauften, erklärt, wie der Markt überhaupt zu sättigen war.
In heutigen Zeiten hat sich das Blatt dahingehend gewendet, das immer mehr Werkstätten um Kundschaft werben. In zahllosen Läden werden venezianische Masken in den verschiedensten Ausführungen und Stilrichtungen feilgeboten, manchmal kombiniert mit einem Masken-Verleih. In einigen Gassen findet man Werkstätten die venezianische Karnevalskostüme ausstellen, historische Gewänder im hauseigenen Kostümverleih anbieten, oder Geschäfte, die sich zu einem regelrechten Faschings-Shop gemausert haben, mit unzähligen Larven, Kostümen, Hüten und Accessoires jeder Colleur.
Eine wahre Freude ist es in all den Kostbarkeiten zu stöbern, verschiedene Gesichter zu erproben, in phantastische Gewänder zu schlüpfen, oder dem Maskenbauer die eine oder andere Geschichte über seine Werke zu entlocken.Der Liebhaber des Karneval kehrte sicher nicht mit leeren Koffern und ohne ein seliges Lächeln auf den Lippen in seine Heimat zurück.